Mittwoch, 21. Dezember 2016

Unrast

Heute möchte ich euch ein Buch von einer polnischen Autorin vorstellen, für das ich ewig gebraucht habe. Obwohl ich auch polnisch spreche, lese ich lieber auf deutsch und habe dieses Buch deshalb auch auf deutsch gelesen. Auf die Autorin bin ich übrigens in einem Seminar aufmerksam gemacht worden und das Buch habe ich aus der Bibliothek ausgeliehen. Viel Spaß beim Lesen der Rezension!


 

Titel: Unrast
Autor: Olga Tokarczuk
Verlag: Schöffling
Seitenanzahl:  464
ISBN: 978-3895614651
Preis: 24,90€


Beschreibung via


Eine Frau und ihr kleiner Sohn verschwinden auf mysteriöse Weise während des Urlaubs, eine orthodoxe Sekte will durch ständige Bewegung dem Teufel entkommen, die Ich-Erzählerin ist auf permanenter Wanderschaft: In ihrem neuen Buch »Unrast« bannt die große polnische Autorin Olga Tokarczuk die Hektik des modernen Lebens in einen feinverwobenen erzählerischen und sprachlich brillanten Kosmos.


Meine Meinung

Man muss in der richtigen Laune dafür sein, dieses Buch kann man nicht eben nebenbei in der U-Bahn lesen – zumindest kann ich das nicht, ich muss mich voll und ganz auf den Text konzentrieren können. Außerdem muss man sich dem Buch, dem Schreibstil, vollkommen hingeben. Die Umgebung ausschließen. Es gibt nur den Leser und das Buch. Nein, es gibt nicht mal den Leser. Auch die eigenen Gefühle und Gedanken sollten ausgeschaltet werden. Es gibt nur noch das Buch, den Text, die Worte. Die Buchstaben sind frei.

Sobald man abschweift, in die Welt der eigenen Gedanken, muss man dieses Buch weglegen. Es gibt keine unwichtigen Stellen, die man eben überspringen kann. Alles ist wichtig, nicht nur fürs Verständnis, sondern einfach allgemein für den Prozess, für das Erlebnis des Lesens. Wenn ihr unkonzentriert seid, dann macht lieber eine Stunde lang Sport, geht spazieren, hört Musik. Versucht einfach, euren Kopf frei zu kriegen. Denn nur wenn euer Gehirn wirklich von allem befreit ist, könnt ihr richtig lesen. Das gilt nicht nur für dieses Buch, das gilt eigentlich für fast alle Bücher.

Wie ihr seht, eignet sich dieses Buch ganz besonders gut für Menschen, die es schaffen sich in die erzählte Welt zu beamen und alles andere vollkommen auszublenden. Alles wird so exakt beschrieben (mit unzähligen Vergleichen, Metaphern, usw.), dass man sich wirklich in der erzählten Welt befindet und alles vor seinem inneren Auge sieht.  

Oft nervt die Erzählweise. Dann sollte man das Buch weglegen. (Sollte man sowieso immer bei allen Büchern so machen.) Die Autorin schmückt wie gesagt alles gerne mit unzähligen Vergleichen aus, das erinnert mich ein bisschen an Bruno Schulz und außerdem nervt es mich eben auch oft. :D Deshalb habe ich auch ewig gebraucht, um dieses Buch zu lesen. Ich konnte es nicht einfach ‚verschlingen‘.


Fazit

Das Buch inspiriert mich, über verschiedene Dinge nachzudenken. Aber nicht im Sinne von: denke nun über die Herstellung von Apfelkuchen nach! Nein, es macht mich einfach nur allgemein nachdenklich, ohne mich dabei in eine bestimmte Richtung zu lenken. Das finde ich sehr faszinierend und deshalb hat es mir Spaß gemacht, ‚Unrast‘ häppchenweise zu lesen. Ich kann es all denen empfehlen, die gerne mal ihren Alltag ausblenden und in einer anderen Welt abtauchen wollen. Das Buch eignet sich hervorragend zum Entspannen! Ihr findet es übrigens hier: Unrast






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen