Montag, 20. Januar 2020

#Kinomontag – Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Nach sehr langer Zeit gibt es mal wieder #KinoMontag! Ob ich es wieder jeden Montag schaffe, kann ich nicht versprechen, aber ich werde es wieder regelmäßiger versuchen!😀 Heute geht es um den Film "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", welcher gerade im Kino läuft. Viel Spaß beim Lesen der Rezension - die übrigens nicht spoilerfrei ist, von daher lieber nicht weiterlesen, wenn ihr den Film erstmal auf euch wirken lassen wollt. 😉

Das Wichtigste auf einen Blick 

Titel: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Erscheinungsdatum: 25. Dezember 2019
Regisseurin: Caroline Link


Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Kinder- und Jugendbuchs (mit autobiografischen Zügen) von Judith Kerr. Dies ist nicht die Erstverfilmung, bereits 1978 wurde das Buch vom WDR für die ARD verfilmt. 

Die Geschichte beginnt in Berlin im Jahre 1933, kurz vor der Wahl, da ist die Hauptfigur Anna 9 Jahre jung. Ihr Vater, ein jüdischer Journalist, flieht noch vor der Wahl ins Ausland, da er befürchtet, die mögliche Hitler-Regierung würde ihm seinen Pass abnehmen, wenn sie an die Macht kommt. Annas Mutter und Bruder bleiben bis nach der Wahl mit ihr in Berlin. Wie Annas Vater es bereits vorhergesehen hat, gewinnt Hitler die Wahl und die Reise der Familie beginnt. Die Geschwister machen sich gemeinsam mit der Mutter auf den Weg in die Schweiz, um dort ihren Vater zu treffen. Die ganze Familie muss sich daran gewöhnen, dass ihr Leben sich nun gänzlich verändert. Sie müssen mit nur wenigen Dingen zurechtzukommen, ihr Leben ist nicht mehr so luxuriös wie früher, denn sie haben nun viel weniger Geld. Da der Vater keine Aufträge bekommt, muss die Familie nach Paris und später nach London weiterziehen. 

Ich habe befürchtet, dass es in dem Film viele Nazis zu sehen geben wird, Schüsse fallen werden und der Film dadurch eine eher aggressive Stimmung vermitteln wird. Übrigens habe ich weder das Buch gelesen (was ich nun unbedingt noch machen möchte), noch die Erstverfilmung gesehen, ich hatte also keine Ahnung, was passieren wird. Ich wurde dann überrascht, denn das Gegenteil war der Fall. Der Fokus liegt gänzlich auf der Flüchtlingsfamilie. Es wird gezeigt, wie sich ihr Leben verändert, womit sie zu kämpfen haben, wie andere Menschen auf sie reagieren und wie sie versuchen, zu überleben. Der Kontrast von reich zu arm wird besonders gut dargestellt, es sind sowohl offensichtliche Dinge, wie die ständige Suche des Vaters nach einer Arbeit als auch Kleinigkeiten, wie die zu kurzen Ärmel von Annas Mantel. Außerdem wird gezeigt, wie die Kinder mit den ständigen Veränderungen umgehen. Sie ziehen in ein neues Land, dort herrschen andere Sitten. Sie müssen eine neue Sprache lernen, neue Freunde finden, in der neuen Schule zurechtkommen. Ich konnte mich damit sehr gut identifizieren, da ich selbst mehrere Schulwechsel hinter mir habe, unter anderem auch von einer Schule in Polen zu einer Schule in Deutschland; ich weiß somit, wie sich sowas anfühlt und meiner Meinung nach wurden diese Stimmung und die Gefühle, die man dabei als Kind hat, im Film sehr gut an den Zuschauer vermittelt.

Der Film "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" ist in meinen Augen eher ruhig, ernst, zwischendurch auch lustig aber vor allem sehr traurig und wunderschön. Klare Empfehlung meinerseits!

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